Mittwoch, 13. September 2017

Beinfreiheit - eine Sommerhose

Nicht ganz pünktlich zum Ende der Sommerpause beim memademittwoch möchte ich mich hier auch mal wieder melden. Ist ja nicht so, dass die Hände still stehen würden, aber ich bin einfach unmöglich, was das Dokumentieren und Fotografieren fertiger Sachen betrifft.. hier hab ichs aber doch mal geschafft!

Der Sommerurlaub führte uns dieses Jahr auf einen Roadtrip durchs Baltikum (genauer gesagt durch Lettland und Estland) - da war eine leichte, lange Sommerhose genau richtig im Gepäck.


Entstanden ist sie nach dem sehr einfachen (und kostenlosen!) Schnitt "Flotte Beinfreiheit" von Yva R. Genial konstruiert - nur ein Schnittteil für die Hose und trotzdem Taschen! Die Hose sitzt am Hintern enger und wird dann schön weit, so wie ich das im Sommer mag. Man kann sie sehr hippiesk-lässig tragen oder mit einem schickeren Top und Kette durchaus auch edler tragen.


Ich habe die tief sitzende Variante genäht und ihr einen relativ hohen elastischen Bund gegönnt - so passt der wachsende Bauch auf alle Fälle gut hinein - mit Abstand die zur Zeit bequemste Hose, die mich auch schon so manchen Arbeitstag bei 35°C gerettet hat.


Als Stoff habe ich Musselin von Frau Tulpe verwendet - eine super Wahl hierfür, der Stoff fällt sehr weich und schön. Beim Zuschnitt wollte ich den Stoff eigentlich erst als unelastisch zuschneiden (unterschiedliche Größen für elastische bzw. nicht elastische Stoffe), aber dann hätte der Stoff nicht gereicht. Und eigentlich, wenn man das Gecrinkel nicht aufzieht ist Musselin ja irgendwie doch elastisch. Ich hab mich da also so durchgemogelt, zum Schluss hatte ich mein ewiges Hosenproblem - vorne irgendwie viel zu viel Stoff. Ca. 3 cm habe ich noch in der mittleren Naht rausnehmen können, den Rest habe ich in zwei Fältchen gelegt. Und jetzt überleg ich mir, ob ich nicht auch noch eine Variante in dünnem Cordstoff für den Herbst nähen sollte..


Ach Saaremaa.. ich vermiss dich schon ein bisschen!



Dienstag, 18. Juli 2017

Hübsch eingehüllt

Nachdem ich mich im letzten Beitrag ja sowieso quasi geoutet habe, kann ich jetzt auch gleich mal weitermachen. Und nähte: Eine Mutterpasshülle.  Ich war ja eigentlich der Meinung: Das braucht nun wirklich niemand. Bis ich den Pass nach dem dritten Arztbesuch (nee, was muss man denn da jetzt auch dauernd hin) aus meiner zugegebenermaßen großen, nicht richtig gut unterteilten Handtasche fischte und feststellte: Wenn ich so weitermache hält der keine weiteren 6 Monate durch.


Also doch eine Schutzhülle - bei Miss Margerite fand ich eine Version, die mir von der Aufteilung her zusagte und alle Maße bereit hielt, ich bin ja faul. Stoffe fanden sich für so ein Kleinprojekt problemlos im Vorratsschrank, wird sowieso Zeit, dass der mal leerer wird. Also ein paar Kombinationsmöglichkeiten aneinander gehalten und mich letztendlich für diese hier entschieden (nein, keine Bärchen, kein Hellblau, kein Rosa, ich weigere mich):


Zweierlei Reststoffe Baumwoll/Leinen-Gemisch von Echino Kokka - der wunderschöne Apfelstoff, aus dem das Pendant zur Schwalbenshorts wurde und ein Restchen von einem Sofakissen. Dazu schlichte schwarze, etwas festere und leicht strukturierte Baumwolle, die in ihrem früheren Leben mal ein sehr einfacher LARP-Umhang vom Mann war (Rechteck, Loch für den Kopf in der Mitte, Kunstblut drauf, those were the days).

Es folgt Ausschneiden, Bügeln und Zusammennähen, das ist alles recht fix gemacht. Ich baue noch ein Gummiband ein, das alles etwas beieinander hält, das hätte ich auch etwas länger lassen können, so spannt es ein bisschen.


Innen sind einfach zwei Laschen, in die das Heft eingesteckt wird, auf der großen linken Innenlasche befindet sich außerdem noch ein Fach für die Ultraschallbilder. Gute Idee, die flogen bisher nämlich auch einfach im Pass irgendwo rum.

Zuschnitt und Nähen hat vielleicht ein bis zwei Stunden gedauert (wohl eh er eine..), also wirklich ein fixes Projekt. Und wenn man die Maße etwas anpasst funktioniert die Anleitung natürlich auch für sämlichte anderen Heftchen.
Ich freu mich jetzt jedenfalls drüber, die Stoffkombi mag ich sehr. Und der Pass freut sich bestimmt auch, dass ihm (weitere...) Eselsohren erspart bleiben ;).





Mittwoch, 21. Juni 2017

Sommerliche Schwalben-Shorts

Pünktlich zum Sommerbeginn habe ich mir mal was ganz Neues genäht: Shorts. Ich habe wirklich lange an einem Schnittmuster hin- und herüberlegt. Pinterest rauf und runtergesucht und zig Modelle angeguckt.

Coachella? Doch zu Mädchenhaft mit diesen überlappenden Vorderteilen, sowas hatte ich nicht im Kopf. Eher sowas wie Hotty von Nikidz oder die Shorty Legs von Sara und Julez. Und wo bin ich dann hängen geblieben? An einem Burdamodell, das ich mir schon vor Jahren eingemerkt hatte. Und jetzt, endlich, endlich - wenn auch leicht verändert genäht habe - Modell 105 aus Burdastyle 07/2013.


Das hatte alles was ich wollte - Saumaufschlag, Hüftpassentaschen, Bundfalte. Und die Hose hat mir so gut gefallen (und braucht erfreulich wenig Stoff), dass ich mir gleich zwei genäht habe - eine Variante aus grauem Appel-Baumwollleinen, das leider noch vor der Kamera flüchtet und Modell Nummer 2 aus einem ganz leichten, stretchigen Denim mit Schwalben, auch von Frau Tulpe. Ein Träumchen von Stoff!


Ich habe schon lange nichts mehr nach Burda genäht und war größentechnisch etwas unsicher - auf die Maßtabelle war damals schon kein Verlass (danach soll ich mir Größe 40 nähen..?), ich habe das erste (unstretchige) Modell dann mal in 38 zugeschnitten, immerhin sollte es keinen Reißverschluss und richtigen Bund, sondern einen Jerseybund bekommen. D.h. der Rest muss auch so über Hüfte und Hintern. Das war dann aber so reichlich, dass ich an den mittleren Nähten vorne und hinten nochmal je 1 cm rausgenommen habe (also - 4 cm Weite insgesamt). Damit wars dann perfekt.
Ich mag die Optik von richtigem Bund mit Reißverschluss und Gürtelschlaufen sehr, doch a) hab ich noch nie im Leben einen wirklich guten Hosenreißverschluss fabriziert und wichtiger b) braucht der Bauch diesen Sommer vermutlich noch ein bisschen Bequemlichkeitsweite ;). Drum haben beide Varianten einen Jerseybund, Variante Schwalbe sogar einen recht langen, den klappe ich mir derzeit noch um, das finde ich ganz angenehm.



Die Beschreibung, wie die angeschnittenen Saumaufschläge zu nähen wären habe ich übrigens nicht verstanden - bei mir gab das immer eine unschöne Naht, drum hab ich sie einfach gesäumt, nach oben doppelt eingeklappt und von Hand an ein paar Stellen fixiert. Optisch sind sie jetzt genauso, wie ich sie haben will. Kleines Gimmick: Die Nahtzugaben habe ich mit blau-weiß gestreiftem Schrägband eingefasst. Ich bin total zufrieden!


Perfekter Begleiter für einen Bade- und Spaziertag im wunderschönen Verzascatal..


Und da heute Mittwoch ist, wird wieder fleißig gesammelt - vielleicht ist ja noch die ein oder andere Inspiratioin für Sommernähwerke dabei? Ab zum Me Made Mittwoch!

Donnerstag, 1. Juni 2017

Jaaa, da warten eigentlich noch Fotos von Genähtem in der Pipeline, nicht mehr so ganz aktuell (ich sag nur Bärlauchblüte..) - aber da hier gerade der Hochsommer ausgebrochen ist, ist mir nicht nach Posten von Langarmshirts.
Drum nur ein kurzer Einblick in die vergangene Kartenmacherei - zwei Mal Baby-Willkommenskarten, einmal ein ein kurzer Gruß zum Muttertag. Endlich mal wieder die Aquarellfarben rausgeholt - macht ja schon Spaß!

Hurra du bist da! - Aquarellfarben, Tusche und Masking-Tape.






Und einmal ein paar Blümchen (noch verbesserungsfähig..) und alles Liebe zum Muttertag. Und der erste Versuch, mit Feder und Aquarellfarbe zu schreiben - siehe da, es funktioniert (schwarz war mir als Kontrast hier zu hart).


Demnächst dann auch wieder Klamotten, ich hab sogar noch fertig Genähtes, unfotografiertes hier herumliegen..

Mittwoch, 26. April 2017

Kimono meets Tangram

Das hier ist mal wieder ein Fall für "was lange währt" - die Ottobre Woman 2/2015 hatte ich mir wegen einer Kimono-inspirierten Jacke (Modell "Japanese inspired" gekauft. Dann gabs keinen Stoff dazu, dann geriet das Schnittmuster in Vergessenheit. Dank der Me Made Mittwoch-Linksammlung und meiner kürzlich erneut erwachten Nähmotivation stieß ich dann auf die Variante von Bimbambuki (deren Kleidungsstil ich so sehr mag). Hirn sagt: ratter ratter.. das Schnittmuster hast du doch auch!


Dann stieß ich noch auf den wunderbaren Bio Jaquard vom Stoffbüro (auf der Schwäbischen Alb gewebt, ist das nicht toll?) und ich wusste - der ist es! Grafisches Muster "Tangram" in taupe/schwarz, dazu ein ganz toller Fall und weicher Griff, ein Traumstoff, der jeden Euro wert ist.










Genäht war das Jäckchen dann recht flott, ich verwende ja nur einen Stoff, daher keine Unterteilungen, wie ursprünglich vorgesehen. Ärmel und Saum bekommen einen extra breiten Besatz, auch die Vorderkantenblende habe ich etwas anders verarbeitet als vorgesehen. Um die Jacke möglichst schlicht zu halten, habe ich alle Blenden/Besätze von Hand angenäht - damit sich ja nichts verzieht. Außerdem mag ich dieses meditative Handgenähe sehr.


Die Schulternähte habe ich mit etwas Bandvlieseline verstärkt - etwas spät fiel mir auf, dass weiß jetzt nicht die allerschlaueste Farbe war.. aber gut, sieht man ja wirklich nicht. Die Nahtzugabe der Rückenpasse habe ich mit einem Schrägbandrest eingefasst, den ich vor Jahren mal in Straßburg gekauft habe. So wird die Naht etwas stabilisiert und es sieht hübscher aus. Ein kleiner Farbtupfer im Taupe/Schwarz. Hier sieht man auch, dass ich die Schulterpasse noch wie vorgesehen abgesteppt hatte - im Rücken habe ich darauf verzichtet, eigentlich mag ich hier den schlichteren Look lieber, auftrennen wollte ich aber auch nicht.


Ursprünglich wollte ich keinen Bindegürtel dazu machen - dann habe ich etwas rumprobiert und festgestellt - den Look mag ich auch, kann man ja vielleicht doch mal brauchen. Mit viel, viel Mühe habe ich die Oberseite des Gürtels aus dem Stoff noch rausbekommen - Schnittmuster ist aus einer alten Burdastyle, ich habe leider nicht vermerkt, aus welcher. Gedoppelt mit schwarzer Baumwolle, das gibt etwas Stabilität und ich mag die Möglichkeit, die schwarze Seite nach oben zu tragen.

Insgesamt mal wieder ein Teil, was schon nach einem Monat zu einem der Lieblingsstücke im Kleiderschrank mutiert ist. Genau  mein Stil. Lässig, irgendwie elegant, bequem und wandelbar. Geht zu Kleid genauso wie zur engen oder Boyfriend Jeans. Und vielleicht nicht die letzte Jacke dieser Art..

Mittwoch, 22. März 2017

Frau Fannie, etwas faltig

So, Nummer 2 von meiner To Sew Liste ist fertig. Nachdem mich Nummer 1 (Fotos wollen noch gemacht werden..) in absolute Euphorie versetzt hat, habe ich mich voller Motivation an ein Jerseykleidchen gemacht. Das Ergebnis überzeugt mich leider noch nicht so ganz..

Als Schnittmuster habe ich Frau Fannie von Schnittreif verwendet - und ähnlich wie bei anderen Näherinnen wirft das Kleid bei mir Falten. Vom Tragegefühl ist das absolut ok und mit einem Jäckchen drüber finde ich es auch auf Bildern ganz gut - ohne bin ich allerdings nicht wirklich zufrieden..


Das mag auch am Stoff liegen - der Jersey ist recht dünn, da zeichnet sich einfach viel ab, aber der Schnitt beschert mir Falten unter den Armen/über der Brust (war auch schon Thema in anderen Blogs) - das habe ich erst beim Fotografieren gesehen.
Den Rücken habe ich schon etwas angespasst, da war zuerst noch mehr Stoff am unteren Rücken, ich habe dann die Rundung etwas rausgenommen und die Quernaht neu gemacht - eigentlich müsste ich aber das Schnittmuster ordentlich anpassen und mittig Stoff rausnehmen - das geht dann aber erst beim nächsten Kleid.


Hier sieht man die Problemzonen.. mit nem dünnen Gürtel dürfte sich das etwas kaschieren lassen - habe aber leider gerade keinen farblich passenden..





Ich habe einen eher kurzen Oberkörper und dazu noch ein leichtes Hohlkreuz - nicht so richtig gut kompatibel mit dem Schnitt. Insgesamt liebe ich glaub ich die Teilungsnaht oben/unten nicht. Die Nahtzugabe klappt komisch in der Gegend rum und optisch ist das irgendwie nicht das Gelbe vom Ei. In Uni dunkel fällt das nicht so auf, aber hier mit dem gemusterten Stoff?

Ein Jäckchen kaschiert viel - die Taschen find ich ziemlich lässig. Das Unterteil lässt sich bestimmt auch gut als Basisrockteil benutzen, ob ich das Kleid nochmal so nähe weiß ich allerdings nicht genau. Evtl. aus einem schwereren Stoff (Romanit o.ä.), der dann etwas gnädiger fällt.

Wobei.. auf dem Bild hier mag ichs eigentlich ganz gern. Darf mich also doch sicherlich ab und an auf einem Frühlingsspaziergang begleiten..
Edit: Und unter der Arbeitsbluse macht sichs auch ganz gut. Und damit erfüllt es seinen Zweck auch wieder: Basis-Arbeitsgarderobe mit langen Ärmeln ;).



Und weil grad wieder Mittwoch ist - ab zum Me Made Mittwoch, mal sehen, was die anderen so vollbracht haben :).

Sonntag, 19. März 2017

Nähplanung im März

Vorletztes Wochenende hat es geschüttet was das Zeug hält - ich hab die Zeit genutzt und habe fleißig Stoff gekauft - für ganz  konkrete Nähprojekte. Gerade ist die Nähmotivation wieder etwas da, ich hoffe, ich halte durch!

Geplant sind einige Basic-Teile, ich habe gerade sehr wenig Lust auf Einkaufen und komme eh nicht so häufig in eine einkaufstaugliche Stadt - darum: Selbst ist die Frau! Mal gucken, wie das klappt.. das hier ist meine Beute:


Von oben nach unten:
- Bio-Stretch-Jaquard "Tangram" in taupe-schwarz von Albstoffe via Stoffbüro (ein Träumchen und tatsächlich schon vernäht - ein Kimono-inspirierter Cardigan ists geworden und jetzt schon ein absolutes Lieblingsteil. Fotos folgen hoffentlich demnächst..)
- gestreifter schwerer Strick-Jersey von Nosh vom Stoffbüro für ein lockeres Longsleeve (Frau Marlene)
- Stretch Denim mit Schwalben für einen Minirock
- Jersey mit Tropfen in weiß und senf für eine Frau Fannie
- Jersey mit Schwalben in taupe, das sich eher als olivgrün entpuppte für ein Basic Longsleeve (vermutlich Käthe)
- senfgelber Jersey, ursprünglich als Kombipartner für den Schwalbenjersey gedacht - geht gar nicht - wird jetzt Komipartner für
- anthrazitfarbener Jersey von Frau Tulpe für eine weitere Else
- blauer Jersey mit Muster, von dem ich mir nicht sicher bin, obs nicht ein Fehlkauf war für ein Sommerkleid
- Appel in Baumwoll/Leinen und dunkelgrauer Canvas für ein Kosmetiktäschchen (Frau Tulpe)

Da hab ich mir ganz schön was vorgenommen!

Mittwoch, 1. März 2017

WIP: Damejakka Loppa

Wie schon so oft bin ich mal wieder extrem schlecht, was die Dokumentation des Herstellungsprozesses anbelangt..

(Ähäm, ich sehe gerade, ich habe ja nicht mal den Beginn dokumentiert. Nur fotografiert. Anfang Januar. Also - meine Farbwahl:
Sabine, Kumlien's Gull, Slate, Gingerbread, Audouin, Barolo von links nach rechts


Ich habe mich wirklich für die Wolle Finch von Quince&Co entschieden, auch wenn ich die aus Großbritannien schicken lassen musste.. die Wolle fühlt sich gut und nicht kratzig an, die Farben sind wunderschön. Wie man sieht, habe ich mich dann doch für das Dunkelgrau (Sabine) als Basisfarbe entschieden, Hellgrau (Kumlien's Gull) werden Bündchen und die Pünktchen.)


Seit Anfang Januar stricke ich an Damejakka Loppa, meinem ersten größeren Fair Isle Projekt. Ich habe mir einige Videos und Blogposts zum mehrfarbig stricken angeguckt und hab einige Techniken ausprobiert - hängen geblieben bin ich bei der Variante "zwei Fäden auf einem Finger (linke Hand)", aber ich glaub da muss jeder selbst gucken, was ihm liegt (hier gibt es eine kleine Übersicht). Ich finde das Video auch gar nicht mehr, das bei mir zum größten Erfolg geführt hat - ich führe die Fäden nacheinander zwischen Ring- und kleinem Finger durch und wickle sie zwei Mal um den Zeigefinger, Faden a eher unten, Faden b eher oben. Oben habe die Farbe, die in der Reihe häufiger gestrickt wird, das kommt mir beim Einweben entgegen. Der mitlaufende Faden muss eingewebt werden, damit sich auf der Rückseite des Strickstücks keine zu langen Kettfäden bilden, die beeinträchtigen nämlich die Elastizität. Gerade habe ich wieder gelesen, dass nicht jede Masche eingewebt werden muss, ich hab das allerdings so angefangen und zieh das jetzt auch so durch.

Ich werd mal den Mann im Haus bitten, ein Foto zu machen, damit man auch sieht, was ich überhaupt meine.
Egal - der Kragenteil ist längst fertig und wurde abgelichtet - einige Teile sind von der Fadenspannung noch nicht perfekt, das Gestrick ist nicht ganz eben. Ein bisschen wird sich das dann aber beim Waschen und Spannen noch geben hoffe ich. Bei den Farben habe ich mich auch irgendwo vertan, aber gut, weiß ja keiner wie das eigentlich gedacht war. Irgendwie wirkt das alles schon sehr "bunt" (auch wenn ich die Farben mag) und ich bin mir noch nicht so sicher, ob ich mich im fertigen Kleidungsstück wohlfühlen werde - das entspricht sonst nicht so meinem Kleidungsstil..


Inzwischen ist der Körper auch fast fertig, ich stricke grade schon das Bündchen. Anschließend folgen die angestrickten Knopfleisten und die Ärmel. Und dann muss ich schneiden. Waaaaah. Hat aber noch ein bisschen Zeit, bis dahin kann ich noch etwas durchatmen ;).

Mittwoch, 25. Januar 2017

Mein Hochzeitstuch: Authenticity

Noch im Sommer hatte ich die Idee, mir ein Hochzeitstuch zu stricken. Ein Schultertuch, was mich während der Fotosession wärmt - immerhin kanns Anfang November im Bayerwald auch schonmal ganz schön kühl werden. Nach einiger Suche habe ich mich für Authenticity von Sylvia McFadden entschieden - das Strickmuster sah nicht zu kompliziert aus, kombiniert relativ dicke Wolle mit Lacemuster, das mag ich sehr und dauert nicht zu lange, denn ewig Zeit hatte ich nicht (und der Typ für ganz feine Spitze bin ich eh nicht).

Bei der Wolle habe ich mich für Malabrigo Worsted entschieden - ein wunderbar weiches Garn und die Farbe simply taupe passte mit ihrem leicht rosa-braun-beige einfach perfekt zum Kleid. Ich hatte mir noch ein Knäul Cognac mitbestellt, weil ich evtl. noch einen Kontraststreifen in den garter stitch Teil einarbeiten wollte, habe mich dann aber letztendlich dagegen entschieden. Das Tuch sollte nicht vom Kleid ablenken und ich so gern ich Kontraststreifen sonst habe - hier dann doch lieber nicht.


Das Stricken ging super von der Hand, man erkennt beim Muster sehr schnell, ob man sich wo vertan hat und kann daher gut und schnell korrigieren.  Hat richtig Spaß gemacht! Dann wars fertig und musste noch etwas auf den großen Tag warten..

Wir hatten während der Fotosession noch herrliches Herbstwetter - warm wars aber trotzdem nicht. Was war ich froh, mich immer mal wieder in mein Tuch kuscheln zu können. Außerdem konnte ich so noch etwas Selbstgemachtes tragen - das war mir wichtig und so bin ich sehr, sehr glücklich mit dem Tuch (und den Fotos, der Feier, dem Mann ;) ). Inzwischen habe ich das Tuch auch schon so getragen und bin immer noch ein großer Fan. Kann mir durauch noch Authenticitys in anderen Farben vorstellen!

Aber erstmal - mein wedding authenticity






Die wunderschönen Fotos hat Thomas Pfeiffer gemacht: www.thomas-p.de
Das tollste Brautkleid ist von Stadtkleid Berlin (St. Petersburg + Ural)
Kopfschmuck von Jazzafine

.authenticity
Garn: Malabrigo Merino Worsted in taupe - 3.1 Knäuel, das letzte Restchen hätte man aber nicht mehr gebraucht, einfach 1, 2 Reihen kürzer stricken
Nadeln: 5.5 mm
Aufwand: ca. 1, 5 Monate

Sonntag, 8. Januar 2017

Nanook in Zimtapfelrot

Bevor es hier in nächste Nähe dann Neuigkeiten zur Loppa-Jacke gibt möchte ich euch heute erstmal noch Fotos von der fertigen Nanook zeigen - ich bin ganz verliebt.


Das Wollmeise DK-Garn in der wunderschönen Farbe Zimtapfel lag hier schon eine Ewigkeit rum (seit März 2014.. um genau zu sein). Eigentlich sollte der Pulli Lila draus werden. Nur trage ich so gut wie keine Pullis mehr. Obwohl ich ihn schön finde. Und dann hatte ich Angst, dass das Rot zu flächig wirken würde. Und habe mich letztendlich für eine zweite Nanook von  Heidi Kirmaier entschieden (die erste habe ich auch 2014 gestrickt, sie ist mir ein sehr treuer Begleiter im Alltag).

Angefangen habe ich im November, ganz gemütlich zwischen Saunagängen und Schwimmen im beheizten Außenpool mit Blick auf verschneite Berge während unserer Flittertage und dann war ich diesmal relativ schnell. Überraschungen gabs ja keine, ich habe mir diesmal lange Ärmel gegönnt, weil ich zur Zeit furchtbar verfroren bin. Die Ärmelabschlüsse hab ich mit I-Cord Bind-off abgekettelt, das gefiel mir hier besser und ist etwas stabiler, da werden die Bündchen nicht so schnell labbrig. Außerdem passt die i-Cord-Kante (gibts da auch ein deutsches Wort für?) imho besser zu der schönen eleganten Abschlusskante.


Schon das erste Mal fiel mein Kragen ganz anders als im Strickmuster vorgesehen, viel tiefer - damals habe ich das auf das Yakgarn geschoben (und wollte den Effekt auch so) - jetzt ist es aber wieder so - die restlichen Maße stimmen nach dem Blocken aber exakt mit der Vorgabe überein. Keine Ahnung, was ich da "falsch" mache. Schlimm find ichs aber nicht - aber ich werde diesmal die Jacke doch auch geschlossen tragen, drum habe ich zwei Knöpfe angebracht und sie gefällt mir auch in geschlossenem Zustand richtig gut. Sogar ein bisschen besser, als offen.


Die Farbe ist ein Traum, das Garn trägt sich wieder wunderbar, nur hatte ich diesmal in einem Knäuel ziemlich viel spleißende oder fast reißende Faden, das find ich bei sonem teuren Garn nicht so toll - hatte ich bislang aber noch nie bei den Wollmeisegarnen, vielleicht einfach Pech. Ich hatte übrigens wirklich Glück - die zwei Knäuel haben genau ausgereicht, gerade mal ein paar Gramm sind mir übrig geblieben!


.facts
Strickmuster: Nanook von Heidi Kirmaier via ravelry
Wolle: 2 Knäuel Wollmeise DK in der Farbe Zimtapfel
Nadeln: 4mm
Dauer: ca. 6 Wochen